Ein Hot-Pot-Restaurant musste schließen, weil die Gäste zu viel gegessen haben

Zwei Wochen nach dem Start einer All-You-Can-Eat-Promo war das chinesische Restaurant bankrott. Schuld waren laut dem Mitbesitzer aber nicht nur die Gäste.

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Juni 25 2018, 3:19pm

Symbolfoto: Phillip Pessar | Flickr | CC BY 2.0

Wenn du in ein All-You-Can-Eat-Restaurant gehst, dann ist es deine Pflicht, über den Hunger zu essen. Das weiß jeder. Du gehst durch die Türen des Büffet-Palasts und es gelten keine normalen Portionsgrößen und -zusammenstellungen mehr. Los geht es mit Ente in Pfannkuchen. Als Hauptgericht schaufelst du dir Lasagne auf den Teller. Danach folgen gebratenes Gemüse mit Curry und drei Stück Pizza. Und weil dir die Ente so gut geschmeckt hat, holst du davon direkt noch mal einen Nachschlag. Wenn du irgendwann endlich fertig bist und den obersten Hosenknopf aufgemacht hast, fühlt es sich so an, als würde sich eine Kanonenkugel in deinem Inneren befinden. Aber auch das gehört einfach dazu.

Die Gäste eines chinesischen Hot-Pot-Restaurants in Chengdu haben dieses Prinzip jetzt auf die Spitze getrieben und das Etablissement damit in den Ruin gestürzt. Wie ABC News berichtet, war das "Jiamener" bereits zwei Wochen nach dem Start einer All-You-Can-Eat-Promoaktion heillos verschuldet, weil die Kunden das vermeintlich endlose Essensangebot schamlos ausnutzten. Dabei wollten sich die Betreiber durch den Deal nur eine größere Stammkundschaft aufbauen, weil das Geschäft seit der Eröffnung im Dezember 2017 nur schleppend lief.


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Im Zuge der Aktion bot das Restaurant eine Art Mitgliedschaft für umgerechnet rund 21 Euro an. Darin enthalten: einen Monat lang ohne Limit essen. Viele Gäste gaben ihre Mitgliedskarte allerdings auch an Freunde und Verwandte weiter, was dazu führte, dass täglich über 500 Menschen ins Jiamener kamen. Noch bevor jeden Tag die Türen geöffnet wurden, hatte sich schon eine Schlange gebildet. Und laut einem Angestellten nahmen sich die Gäste zudem regelmäßig Essen mit nach Hause.

Die Betreiber des Restaurants sollen damit gerechnet haben, die Verluste durch zu häufig wiederkehrende Mitglieder anderswo wieder reinholen zu können. Diese Rechnung ging wohl nicht ganz auf. Gegenüber der Zeitung Chengdu Economic Daily sagte der Mitbesitzer Su Jie: "Das unzivilisierte Verhalten der Gäste war zweitrangig, das Hauptproblem war unser schlechtes Management." Da ist wohl was dran.

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