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Kohlenhydrate am Abend sind doch nicht schlecht für deinen Körper

Abends Pasta schlemmen? Gönn dir, sagt zumindest ein medizinisches Experiment.

Katinka Oppeck

Katinka Oppeck

Foto: alanagkelly | FlickrCC BY 2.0

Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Mit Studien ist das ja meist so eine Sache. Entweder sie verbieten dir, deinen Kindern Chicken Wings vorzusetzen, weil das Knabbern am Knochen die Kleinen aggressiv machen kann. Oder sie bringen dich kurzzeitig an den Rand eines Nervenzusammenbruchs, wenn wieder mal eine Schlagzeile unheilschwanger verkündet: "Achtung! Kaffee lässt die Brüste schrumpfen!". Dass bei solchen Studien aber oft gar kein repräsentatives Ergebnis erhoben wurde, geht manchmal etwas unter.

Allerdings gibt es auch solche irrelevanten Studien, die uns direkt in die Hände spielen. Beispielsweise jetzt, wo es endlich mal heisst, dass Kohlenhydrate doch nicht so beschissen sind, wie alle immer denken. Oft wird davon ausgegangen, dass es besser sei, Kohlenhydrate morgens zu essen, damit der darin enthaltene Zucker tagsüber abgearbeitet werden kann. Wenn du allerdings abends noch Lust auf einen Teller Pasta hast, könntest du dir den auch direkt auf die Hüften kleben, glaubt man dem, was Frauen- und Diätzeitschriften seit Jahrzehnten predigen.

Dr. Michael Mosley, der Mediziner hinter der 5:2-Diät, machte sich für die BBC-Show Trust Me, I’m a Doctor auf, den Mythos zu debunken. Die 5:2-Methode von Mosley schreibt vor, dass während fünf Tagen normal gegessen wird, an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen dafür bloss 500 (bei Frauen), beziehungsweise 600 Kalorien (bei Männer) eingenommen werden dürfen. Das senkt angeblich den Blutzucker, hilft beim Abnehmen und soll sogar Diabetes heilen können.

Gemeinsam mit Adam Collins, einem Doktor an der University of Surrey, hat er "ein paar" gesunde Probanden untersucht, die ihre Kohlenhydrate zuerst fünf Tage lang morgens assen, sich danach fünf Tage "normal" ernährten und im Anschluss fünf Tage lang abends Brot und Pasta aufs Teller packten. Das Ergebnis: Der Blutzuckergehalt der untersuchten Personen sank in den letzten fünf Tagen merklich. Mosley’s Fazit daraus: "Es scheint egal zu sein, wann du Kohlenhydrate zu dir nimmst. Aber es kommt darauf an, wieviel Zeit zwischen zwei solcher Speisen vergangen ist." Wenn du morgens nicht auf deinen Toast verzichten willst, solltest du also abends keine Kohlenhydrate mehr essen. Umgekehrt gilt das gleiche: Wer abends gern Pizzapartys schmeisst, sollte vielleicht zum Frühstück lieber auf Brot verzichten. "Unsere kleine Studie zeigt also, dass unser Körper schon nach einigen Tagen Low-Carb-Frühstück darauf trainiert wird, abends besser mit einer Ladung Kohlenhydrate klar zu kommen", so Mosley.

Dein schlechtes Gewissen wegen der nicht umgesetzten Low Carb Diät zum Jahresanfang kannst du also mal getrost auf die lange Bank schieben. Zumindest bis der nächste Forscher um die Ecke kommt und behauptet, dass Kohlenhydrate doch für den Untergang der Menschheit sorgen werden.

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