Neuer Report bestätigt: McDonald's und andere Fast-Food-Ketten verarbeiten gequälte Hühnchen

Die Resultate zeigen, dass den Firmen egal ist, wie ihre Hühner gehalten werden.

|
16 Januar 2019, 1:22pm

Foto: Pixabay | CC0

Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Sie hausen oft auf engstem Platz, leiden unter Stress und schlechten Lichtverhältnissen, sie verhalten sich im Vergleich zu ihren freilebenden Artgenossen auffällig kampfbereit oder apathisch und ihre Körper kommen mit den enormen Belastungen der Mast nicht klar. Innerhalb von bloss 40 Tagen muss ein frisch geschlüpftes Küken zum Monsterhuhn mit fetter Brust gemästet werden, damit es sich auszahlt.

Die globale Geflügelproduktion hat ein Problem und die Fast-Food-Riesen dieser Welt sollen es richten. Schliesslich kaufen diese Konzerne so viel Fleisch ein, dass sie einen grossen Einfluss haben, wie die Tiere für ihre Chicken Nuggets und Geflügel-Burger gehalten werden. Zu diesem Schluss kommt der Report "The Pecking Order".

Der weltweite Bericht über die Haltung von Hühnern, die für den Verzehr in Fast-Food-Restaurants wie McDonald's, Subway, KFC oder Burger King bestimmt sind, zeichnet ein trauriges Bild, das viele nicht wirklich überraschen wird. Von neun untersuchten Ketten schneiden alle (!) richtig schlecht ab.


Sicher ohne Qual: Momofuko kocht den fleischlosen (aber trotzdem blutigen) Burger von Impossible Foods


"Nicht eine der Firmen, die untersucht wurden, hatte wirksame strategische Massnahmen eingeführt, um Hühner besser zu halten", heisst es im Report. Die Resultate würden zeigen, dass es fast jeder der Firmen relativ egal sei, wie es ihren Hühnern so geht, steht dort weiter. Zwar sei es nicht in allen Ländern gleich – in der Schweiz gelten beispielsweise strengere Richtlinien bei der Haltung von Tieren als in der EU. Doch auch hierzulande könnte es den Hühnern besser gehen, wie Aufnahmen in einem Schweizer Stall vom Sommer 2018 zeigen.

Eigentlich ist es auch egal, ob es Unterschiede in den einzelnen Ländern gibt – vor allem wenn man bedenkt, dass zum Beispiel KFC all sein Geflügel für Europa in den Niederlanden einkauft. Auch das Fleisch für die Schweizer Restaurants, wie ein Sprecher der Fast-Food-Kette bereits 2018 gegenüber MUNCHIES bestätigte. Der Report verlangt daher, dass es überall auf der Welt die gleichen und vor allem verbesserte Bedingungen für die Hühnerzucht gibt.

Eine Rangliste von Fast-Food-Marken, die schlechte Bedingung für ihre Geflügelzucht haben
Screenshot: The Pecking Order

Erstellt wurde der Report von World Animal Protection, einer international arbeitenden Tierschutzorganisation, die dafür mit Tierrechtsorganisationen in verschiedenen Ländern zusammengearbeitet hat, unter anderem in Deutschland und Österreich. Gemeinsam haben sie Standards entwickelt, die eine fairere Geflügelproduktion ermöglichen sollen.

So sollen sich Firmen wie Starbucks, Domino's, Burger King, Subway und KFC nur noch auf Hühnerrassen fokussieren, bei denen eine humane Zucht überhaupt möglich ist. Es wird verlangt, dass den Hühnern mehr Freiraum zur Verfügung steht als die Grösse eines A4-Blatts. Natürliches Licht, keine Käfighaltung, keine mehrstufigen Haltungssysteme sind weitere Vorgaben, die von den verschiedensten NGOs gefordert werden. Ausserdem verlangen sie, dass auch Hühner betäubt werden, bevor sie geschlachtet werden. Eine Praxis, die nicht in allen Ländern garantiert wird.

Fromme Wünsche, die dank "The Pecking Order" möglichst bald zur Realität werden sollen. Der Report soll künftig jedes Jahr erscheinen und die Ergebnisse werden mit den Firmen nicht nur geteilt, die Organisation will den Fast-Food-Giganten auch klare Richtlinien vorgeben, an die sie sich künftig halten sollten.

Wir als Konsumierende können dabei helfen, den Druck auf die Fast-Food-Riesen zu erhöhen. Indem wir unsere Bestellungen in diesen Restaurants so lange überdenken, bis sich McDonald's, KFC und Co. es sich nicht mehr leisten können, so mit ihrem "Produkt" umzugehen.

Folge MUNCHIES auf Facebook und Instagram.