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Nordkorea

Nordkoreanisches Flugzeugessen ist offiziell das übelste der Welt

Die staatliche Fluggesellschaft Air Koryo wurde das vierte Jahr in Folge zur schlechtesten der Welt gewählt und ein großer Teil dieses vernichtenden Urteils machte das Essen an Bord aus.

Nick Rose

Nick Rose

Nordkoreas Propagandakrieg beschränkt sich nicht nur auf eine Bodenkampagne. Der totalitäre Staat hat seinen Kreuzzug auf die Lüfte ausgeweitet, um Touristen, die die isolierte Nation bereisen, zu beeindrucken.

Inmitten von Berichten darüber, dass Kim Jong-uns Herrschaft derzeit in Gefahr steht, sowie die einer Hungersnot gleichenden Bedingungen im Einsiedlerkönigreich spielt Flugzeugessen weiterhin eine wichtige Rolle in der PR-Strategie der Nation. Trotz der besten Bemühungen des Oberhaupts will es der staatlich betriebenen Fluggesellschaft einfach nicht gelingen, die Herzen—oder Mägen—der internationalen Luftfahrtindustrie für sich zu gewinnen.

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Die Fluggesellschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea wurde das vierte Jahr in Folge zur schlechtesten der Welt gewählt und für einen großen Teil dieses Urteils war das Bordessen verantwortlich. Das britische Beratungsunternehmen Skytrax sieht sich mehr als 600 Fluggesellschaften auf der ganzen Welt an und erstellt unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren wie Bordessen, Service und Bordunterhaltung ein Ranking. Skytrax war nicht gerade beeindruckt von den Versuchen Nordkoreas, ein exklusives Reiseerlebnis anzubieten und verbannte Air Koryo auf den letzten Platz der globalen Rangliste, die das Unternehmen als „die Oscars der Luftfahrtindustrie" beschreibt.

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Air Koryo-Burger. Fotos via Flickr-User Stefan Krasowski.

Sobald ein Reisender eine der Maschinen der Air Koryo betritt, eröffnet sich ihm ein Mikrokosmos des einsiedlerischen asiatischen Landes, mit Bildschirmen und Magazinen, die mit der Parteilinie übereinstimmen, während man unglaubliche Mengen Essen serviert bekommt.

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Bordunterhaltung.

Air Koryo ist die einzige Fluggesellschaft auf diesem Planeten, die eine Ein-Stern-Bewertung erhielt, was für schlechte Produktqualität in allen bewerteten Bereichen sowie für niedrige oder unbeständige Standards der Leistungen der Mitarbeiter steht, sowohl an Bord als auch am Heimatflughafen.

Obwohl im Herkunftsland der Fluglinie dem Volk schon seit Jahren das Essen fehlt, ist davon bei Air Koryo nichts zu merken. Wenn irgendetwas auffällt, dann vielleicht, dass es ziemlich viel zu essen gibt, sogar nach westlichen Standards. Aber das Problem für Skytrax sowie für die Online-Reviewer war die Qualität des Essens.

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„Wir hatten recht viel Platz und die Mitarbeiter waren gut angezogen und freundlich. Die Mahlzeit bestand aus einem Burger mit einem mysteriösen Fleisch drin, das nicht sehr gut schmeckte und ich habe es nicht aufgegessen", schreibt ein Skytrax-Reviewer. „Vom Essen lässt man lieber die Finger, das weiß ich jetzt—Air Koryo beliefert ihre ankommenden und abgehenden Flüge von Pjöngjang und die Küchenstandards sind dort sicherlich nicht die höchsten."

Auch nachsichtigere Reviewer konnten über das schlechte Esse nicht hinwegsehen. „Neue Uniformen für die Stewardessen, freundliche Gesichter, gutes Bier, schlechtes Essen, sauberes Flugzeug, angemessene Sitze und gute, alte Musik." Aber nicht alles war scheiße. Es gab auch Lob für die Spezialität der Air Koryo. „Ihr berühmter Air Koryo-Burger war ein sehr leckerer Snack und ich hätte einen zweiten gegessen", schrieb ein Rezensent aus Großbritannien.

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Fluggäste bemerkten außerdem die großen Mengen Bier, was eigentlich nicht besonders verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass es in der Volksrepublik laut bestimmten Quellen mehr Brauereien als im moderneren und verwestlichteren Nachbarland Südkorea gibt.

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Der Großteil der Flotte von Air Koryo besteht aus alten sowjetischen Maschinen, mit denen direkte Flüge nach Peking, Wladiwostok und Shenyang durchgeführt werden, die aber im europäischen Luftraum aufgrund von Sicherheitsbedenken verboten sind.

Obwohl für Ausländer trotz der Nahrungsmittelknappheit generell groß aufgetischt wird, klingt es nicht gerade so, als wären die Jetsetter besonders begeistert von den mysteriösen Burgern und den faden Nudeln.