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So überstehst du die Feiertage, auch wenn du pleite bist

Es ist mal wieder Monatsende und statt des Christkinds steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür? Wir haben ein paar Tipps für dich, wie du ein finanzielles Desaster zu Weihnachten umgehen kannst.

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16 Dezember 2016, 9:47am

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Willkommen am Ende der Welt, Genosse. Es sind jetzt nur noch wenige Tage bis Weihnachten und neben dem ganzen Weltschmerz des Jahres ist auch noch dein Konto leer wie die Streutanks der Deutschen Bahn? Damit die Feiertage nicht auch noch ein finanzielles Desaster werden, haben wir dir ein paar Tipps abseits von irrsinnigen Life-Hacks à la „Kerzen tiefgefrieren lässt sie länger brennen" zusammengestellt.

Ein Geschenk kostet nicht die Welt

Der Durchschnittsdeutsche plant in diesem Jahr, durchschnittlich 477 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Du lachst da nur, wirst immer leiser und verkriechst dich unter deiner Bettdecke? Wie wäre es, wenn du an Weihnachten die besten Geschenke von allen mitbringst, die dich nicht mal fünf Euro kosten?

Die Lieblings-Geschenke zu Weihnachten rangieren vom Buch über elektronische Geräte vom Rasierapparat bis zur CD—ja, die wird immer noch von deinen Eltern und Großeltern gekauft. Aber gerade deine Verwandten können sich all das auch selber leisten. Stattdessen könntest du eine halbe Stunde deiner kostbaren Zeit aufwenden, um ihnen ein paar Plätzchen zu backen. Für die ganz Sparsamen gibt es hier ein Makronen-Rezept für unter drei Euro.

Makronen-Plätzchen

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150 g Zucker
4 Eiweiß
200 g Kokosflocken oder 150 g geröstete Erdnüsse und 50 g Erdnussbutter

Nachdem du die Eier getrennt hast, das Eiweiß zu sehr steifem Schnee schlagen. Anschließend mit dem Zucker und den Kokosflocken oder der Erdnussbutter und den gehackten Erdnüssen vermengen. Daraus kleine Häufchen formen und auf Backpapier für 25 Minuten bei 145° C im Ofen goldbraun werden lassen.

Pro-Tipp: Du suchst noch eine passende Geschenkverpackung? Nimm einen alten Pappteller, schneide von zwei Seiten je zweimal hinein, falte die so entstandenen Seiten nach oben und beklebe die Schachtel. Alternativ kannst du auch eine leere Stapelchips-Packung mit etwas Geschenkpapier beklebt zu einer Aufbewahrungsbox umfunktionieren. Und wenn du kein weihnachtliches Papier zur Hand hast, nimm einfach herausgetrennte Seiten aus alten Magazinen.

Schrottwichteln, Schrottwichteln, Schrottwichteln

Wenig Kosten, wenig Aufwand, großer Spaß. Kannst du auch mit deiner Familie veranstalten und für Digital Natives gibt es mittlerweile sogar eine App, die beim Organisieren hilft.

Mach deinen Glühwein selbst

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Sei kein Idiot, greif nicht zum Tüten-Glühwein im untersten Regalfach (aka das Kopfschmerzfach), sondern mach deinen Glühwein selbst. Abgefüllt in alte Saftflaschen lässt er sich zudem noch perfekt verschenken. Die meisten Dinge dafür hast du bereits zu Hause: 1 Liter Rotwein, 4 Teelöffel Zucker, 1 Zitrone und Zimt. Dazu besorgst du dir noch Nelken und Kardamom. Alle Zutaten bis auf den Kardamom lässt du in einem Topf nicht heißer als 78 Grad werden, weil sonst der Alkohol verdampft und die Gewürze bitter werden. Nachdem du deinen selbstgebrauten Glühwein eine Stunde zugedeckt hast ziehen lassen, seihst du ihn durch ein Sieb ab. Zum Schluss verfeinerst du ihn noch mit dem geriebenen Kardamom und süßt nach Belieben mit Zucker nach. Et voilà—großes Strahlen bei Verwandten und Freunden.

Pro-Tipp: Orangenschale, Ingwer, Vanille, Anis, Kakaoschale oder Pfeffer passen auch hervorragend. Werde Glühwein-Magnat, benenne die Sorte nach dir selbst und baue dir ein winterliches Edelreben-Imperium auf.

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Ein Festmahl für blanke Götter

An Weihnachten sind Kartoffelsalat und Bockwurst eine Tradition in vielen Familien, weil der Weihnachtsstress der vorherigen und kommenden Tage schon so ermüdend ist, dass man an Heiligabend nicht auch noch Stunden in der Küche verbringen möchte. Sollte man es aber doch darauf anlegen, selbst etwas zu kochen, was nach mehr aussieht, kann man über ein BYOB-Dinner nachdenken, an dem alle Teilnehmer eine Kleinigkeit zubereiten und mitbringen.

Wer immer noch darauf beharrt, allein zu kochen, sollte auf saisonale Produkte wie Steckrüben, Grünkohl, Pastinaken, Kürbis, Rosenkohl oder Schwarzwurzeln setzen, die sind sonst rar verfügbar und gerade jetzt meist günstiger als in der Nebensaison. Auch mal in den Ecken deines Küchenschranks gucken: Fast jeder hat noch einige Konserven, Gewürze, Eingefrorenes und angefangene Nudel- und Reispackungen daheim, sodass sich schon allein aus dem, was man sowieso schon zu Hause hat, eine köstliche Mahlzeit zaubern lässt.

Wenn du teures Fleisch kredenzen möchtest, versuche die Portionen klammheimlich kleiner als sonst zu halten und fahre dafür bei den Beilagen ordentlich auf. Deine Gäste und Familie werden den Unterschied nur merken, wenn du so knausrig bist, dass man das Fleisch mit der Lupe suchen muss.

Bevor du aber am falschen Ende sparst und einen Billig-Vogel in den Einkaufswagen legst, solltest du darüber nachdenken, dass günstigere Produkte oft andere Nachteile haben. Entweder ist der Fleisch-pro-Kilo-Anteil durch mehr Knochenanteil geringer, das Fleisch hat weniger Textur oder die Qualität ist einfach schlechter und dein geplantes All-inclusive-Christmasdinner schmeckt plötzlich laff und fasrig. Die meisten Köche werden dir auf die Finger hauen und sagen, dass du das beste Fleisch kaufen solltest, was du dir gerade noch leisten kannst. Und Köche sind wie Mütter—sie haben immer Recht.

Zum Abschluss haben wir dir ein extrem günstiges und leicht zu managendes Drei-Gänge-Menü für ein beschauliches Weihnachtsdinner zusammengestellt.

Vorspeise: Kürbissuppe

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1 Hokkaido-Kürbis
1 Orange
200 g Sahne
2 Zwiebeln
Salz, Pfeffer
¾ Liter Gemüsebrühe

Kürbis und Zwiebeln in kleine Stücke schneiden und dünsten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, die restlichen Zutaten und den Saft der Orange hinzugeben, und anschließend mit einem Stabmixer pürieren. Wer Toastbrot und Mandeln übrig hat, röstet beides und hat dazu noch Croutons und Mandeln zum Drüberstreuen. Bon Appétit.

Hauptgang: Flammkuchen mit Rosenkohl und Schwarzwurzel

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Für den Teig:
300 g Mehl
etwas Olivenöl
etwas Mineralwasser

Für Fleischliebhaber:
Speck

Für den Belag:
Rosenkohl
frische Schwarzwurzeln
2 Packungen Crème fraîche
etwas Milch
Nüsse
2 Zwiebeln

Das Mehl in eine Rührschüssel geben und jeweils vorsichtig immer wieder etwas Olivenöl und Mineralwasser dazugeben, dass man die Mischung einige Minuten gut kneten kann. In Klarsichtfolie verpackt für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Währenddessen den Rosenkohl waschen, zupfen und blanchieren. Den Speck und die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Die Crème fraîche mit Milch etwas verdünnen. Anschließend den Teig zu 2 bis 3 Flammkuchenböden ausrollen, mit Crème fraîche bestreichen und mit den restlichen Zutaten belegen. Zum Ende für 15 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen schieben.

Pro-Tipp: Flammkuchen zusätzlich mit frischen Schwarzwurzeln belegen.

Dessert: Klassischer Bratapfel

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4 Äpfel
eine Handvoll Rosinen
Zimt und Zucker
eine Handvoll Nüsse
50 g Butter
Vanillesauce oder Vanilleeis

Die Äpfel leicht köpfen (den Deckel bitte aufheben), entkernen und in eine Auflaufform stellen. Die Nüsse, vorzugsweise Mandeln, in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Währenddessen die Butter mit Zimt und Zucker verrühren und anschließend mit den Nüssen und Rosinen vermengen. Die Füllung in den Apfel geben und im heißen Ofen bei 200° C für 25 Minuten backen. Jetzt die Äpfelköpfe wieder aufsetzen und für weitere 10 Minuten im Backofen lassen. Anschließend mit Vanillesauce oder -eis anrichten.

Pro-Tipp: Mit einem Kartoffelschäler kannst du von einer handelsüblichen Tafel Schokolade noch feine Schokostreifen abreiben, die dein Dessert aussehen lassen, als würden Menschen im Restaurant dafür viel Geld bezahlen.

Für die passende Weihnachtsdeko musst du keinen Ein-Euro-Laden-Haul veranstalten

23.09.2014 Witten Euroshop 23 09 2014 Witten Euro shop

Weihnachten ist Deko-Zeit. Zu keinem anderen Fest werden mehr Stehrümchen, Staubfänger, Klimbim und Schnickschnack verscherbelt, verschenkt und auf allen möglichen Ablageflächen verteilt. Wusstest du, dass die letzte Lametta-Fabrik Deutschlands, die seit 90 Jahren das fisselige Plastik hergestellt hat, vor Kurzem die Produktion einstellen musste, nachdem nicht mehr fünzig Tonnen, sondern nur noch wenige hundert Kilo Lametta verkauft wurden? Das mag daran liegen, dass viel Weihnachtsschmuck in China hergestellt wird, dieser aber oft giftige Blei-Anteile enthalten kann. Kauf also kein Lametta, sondern schredder lieber Aluminiumfolie—der Effekt ist derselbe. Aber auch hier gilt: Der Umwelt zuliebe bastelst du am ehesten Engel aus Kaffeefiltern.

Ein letzter Rat

Kauf deinen Adventskalender für nächstes Jahr schon jetzt, wo er im Angebot ist, denn viele der Schokoaufreißpappen sind länger als ein Jahr haltbar. Wenn du es ein Jahr durchhältst, ohne dich daran zu vergehen, hast du im kommenden Jahr bei teureren Varianten schon so einiges gespart. Und damit du nächstes Jahr zu Weihnachten nicht wieder an derselben Stelle stehst wie heute, schaff dir eine Geschenkekiste an, die du das ganze Jahr über schonmal mit möglichen Geschenken füllen kannst. Dann hast du zur Weihnachtszeit weniger Stress.