Diese App verrät dir, welches Bier du bestellen solltest

Die Forscher hinter BeerDeCoded, wollen die DNA von 1000 Bieren bestimmen, um dem Konsumenten dabei zu helfen, das richtige Bier für sich zu finden.

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10 Juni 2015, 10:00am

Du sitzt in einer Bar und grübelst, welches der 50 Biere auf der Karte du dir bestellen sollst. Ein I.P.A., ein Bitteres und Hopfiges, oder einfach ein Pilsner? Ein Abend in einer Bar kann wunderbar sein, besonders nach einem langen Arbeitstag, um ein bisschen Dampf abzulassen. Die Getränkeauswahl hingegen kann den Barbesuch schnell zu einem einschüchternden Erlebnis machen, heute mehr denn je. Und weil Mikrobrauereien auf der ganzen immer beliebter werden, ist nicht einmal mehr stinknormales Bier einfach nur Bier.

An sich ist das ja großartig, aber mit der Vielfalt kommen eben auch die Komplikationen. Wenn man nicht gerade ein selbst-ernannter Bierkenner ist, ist es gar nicht so einfach (oder billig), das richtige Gebräu zu finden.

BeerDeCoded könnte dir bei der Entscheidungsfindung unter die Arme greifen. Das Projekt wurde vom italienischen Chemiker und leidenschaftlichen Bierliebhaber Gianpaolo Rando ins Leben gerufen und soll die DNA über hundert verschiedener Biere bestimmen, um schließlich daraus eine App fürs Smartphone zu konzipieren, die die Rolle des digitalen Sommeliers übernimmt. Sie soll dem Nutzer dabei helfen, das richtige Bier zu finden.

Derzeit läuft eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung von BeerDeCoded. Mit dem Geld würden die Forscher biochemische Analysen durchführen, um die wichtigsten Bestandteile jedes Biers herauszufinden—vom Brauprozess bis hin zu den Aromen und dem Nachgeschmack. Mit diesen Informationen kann BeerDeCoded einen genomischen Baum erstellen und die Biere so in verschiedene Zweige einteilen. Als Hauptziel des Projekts soll eine Smartphone-App programmiert werden, die dem Nutzer eine Bierempfehlung gibt.

Rando, dessen Labor sich in Genf befindet, sagt: „Bisher haben wir 7355 Euro gesammelt und wir haben noch weitere 20 Tage für die restlichen 3000 Euro. Dann können wir mit der Analyse der ersten 100 Biere anfangen."

Er ist optimistisch und mit dem Fortschritt seines Team zufrieden. „Das erste Update [zeigt] einige vorläufige Ergebnisse von Bier-Kennwerten. Wenn wir die DNA sequenziert haben, kann das Ergebnis nur besser werden."

Sind die Ergebnisse erst einmal vollständig, wird BeerDeCoded einen riesigen genomischen Baum erstellen, der den Wissenschaftlern ermöglicht, (fast) jede Biersorte dem passenden Zweig zuzuordnen. Mit dem Geld der Crowdfunding-Kampagne soll neben den biochemischen Analysen auch die Programmierung der Smartphone-App finanziert werden, die dem Konsumenten dabei helfen wird, sich im „Bierbaum" zurechtzufinden und das passende Bier je nach Vorliebe zu entdecken.

Klingt ein bisschen weit hergeholt? Nicht wirklich, sagt Rando: „Bier hat viele verschiedene Aromen und unendliche Nuancen."

Er fährt fort: „Es lässt sich wunderbar entschlüsseln, weil es aus Hefe besteht und gutartige Mikroben die aromatischen Moleküle aufspalten und so einen ausgeprägten Geschmack hervorbringen. Alle Mikroben haben ihre eigene DNA und somit ihre eigene Codierung, um Geschmack zu erzeugen."

Wir finden: In der Craft-Beer-Flut, die uns seit einiger Zeit überschwemmt, könnten wir ein bisschen Unterstützung bei der Bierauswahl ganz gut gebrauchen.