Munchieshttps://munchies.vice.com/deRSS feed for https://munchies.vice.comdeWed, 12 Dec 2018 09:25:23 +0000<![CDATA[Kombucha und Kaffee müssen sich nicht ausschließen]]>https://munchies.vice.com/de/article/evwjpz/kombucha-und-kaffee-muessen-sich-nicht-ausschliessen-rezept-tee-gesundWed, 12 Dec 2018 09:25:23 +0000Menge: 2 Liter
Vorbereitung: 15 Minuten
Insgesamt: 7 bis 10 Tage

Zutaten

240 Gramm Zucker
1,75 Liter Wasser
730 Gramm Kaffeesatz oder 200 Gramm frisch gemahlener Kaffee
200 Milliliter nicht pasteurisierter Kombucha oder die Flüssigkeit, in der der abgepackte Kombucha-Pilz schwimmt
1 Kombucha-Pilz

Zubereitung

1. Den Zucker und 240 Milliliter des Wassers in einem Topf zum Kochen bringen. Dabei so lange umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

2. Den Kaffee derweilen in ein hitzebeständiges Behältnis geben. Den heißen Zuckersirup über den Kaffee schütten und das restliche Wasser dazukippen. Die Mischung auf Raumtemperatur abkühlen lassen, abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen, damit sie schön zieht.

3. Die Kaffeemischung am nächsten Tag durch ein feines Sieb und ein Seihtuch in den Gärungsbehälter schütten. Die 200 Milliliter nicht pasteurisierten Kombucha in die Mischung einrühren, damit der Gärprozess beginnt.

4. Schutzhandschuhe anziehen und den Kombucha-Pilz vorsichtig in der Flüssigkeit platzieren. Den Gärungsbehälter mit einem Seihtuch oder einem luftdurchlässigen Geschirrtuch abdecken und das Ganze mit einem Gummiband fixieren. Den Gärungsbehälter an einem warmen Platz abstellen.

5. Den Kombucha 7 bis 10 Tage lang gären lassen, dabei jeden Tag den Fortschritt beobachten. Der Kombucha-Pilz darf oben nicht austrocknen; falls nötig, den Pilz mithilfe eines Löffels mit der Flüssigkeit beträufeln. Wenn der Geschmack des Kombuchas passt, den Pilz in einem separaten Behälter einlagern und den Kombucha selbst noch einmal durch ein Sieb laufen lassen. Danach entweder sofort trinken oder kühlen und in Flaschen abfüllen.

Dieser Artikel ist zuerst bei MUNCHIES US erschienen.

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<![CDATA[Warum Menschen diese Gruft mit Kartoffeln schmücken]]>https://munchies.vice.com/de/article/bjem5z/warum-menschen-diese-gruft-mit-kartoffeln-schmuckenWed, 12 Dec 2018 05:00:00 +0000Wenn du über den Pariser Friedhof Père Lachaise wandelst und das Grab von Jim Morrison Grab sein lässt, stößt du vielleicht irgendwann auf eine Gruft, die mit Kartoffeln dekoriert ist. Auf manchen Knollen steht mit Edding geschrieben: "Merci pour les frites!" – "Danke für die Pommes!"

Es ist das Grab von Antoine-Augustin Parmentier. Zwar hat Parmentier, auch wenn die Kartoffeln anderes behaupten, nicht die Pommes Frites erfunden, aber ohne ihn hätten die Erdäpfel vielleicht nie den Stand in der französischen Geschichte erreicht, den sie heute haben.

Die westeuropäische Küche lässt sich kaum ohne die Knolle vorstellen – seien es besagte Pommes (übrigens eine belgische Erfindung), spanische Tortillas, Patatas Bravas oder das einst französische Kartoffelpüree. Dabei kam die Kartoffel erst im 16. Jahrhundert nach Europa, nachdem die Spanier in den 1530ern das heutige Süd-Peru erreicht hatten. Zuerst kamen die Spanier auf den Geschmack, dann die Briten und bald darauf landeten Kartoffeln auf den Tellern der meisten Europäer – insbesondere in Hungerzeiten.

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<![CDATA[Obdachlose erzählen, was sie an Weihnachten essen]]>https://munchies.vice.com/de/article/j5zvnd/obdachlose-in-zurich-erzahlen-was-sie-an-weihnachten-essen-dechMon, 10 Dec 2018 05:00:00 +0000 Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Glühwein, Girlanden, Geschenksorgien – die Weihnachtszeit ist üppig, glitzrig, voller Genuss und Gaumenfreuden, vor allem in Zürich. Während die Shoppenden im Delikatessenladen an der überteuerten Bahnhofstrasse exklusive Slow Food Salami probieren und dazu Cava schlürfen, wird davor noch immer billiges Bier getrunken. Und zwar Büchsenweise. Das hilft gegen die Kälte.

Die Obdachlosen der Stadt sind in diesen Tagen weniger sichtbar als sonst. Es ist kalt draussen, aber die Strassen sind voll. Gestresste Eheleute, überforderte Eltern, Kinder mit Taschengeld oder der spendierfreudigen Patentante im Schlepptau. Sie alle sind auf Einkaufstour.


Auch bei MUNCHIES: Lebkuchenmänner backen – erklärt von einem Ex-Gang-Mitglied


Obdachlose flüchten sich in der Zeit besonders gern in die Gassencafés oder Suppenküchen der Stadt. Da können sie sich aufwärmen, dem Trubel entkommen und bekommen etwas warmes zu essen. Institutionen wie diese sind in dieser Jahreszeit besonders wichtig, nicht nur, weil sie vor dem Erfrieren retten. Sie schaffen auch einen Ort der Gemeinschaft. Einsamkeit ist bei vielen obdachlosen Menschen ein zentrales Thema – und während der vermeintlich schönsten Zeit des Jahres nicht weniger schmerzhaft.

Wir haben Obdachlose auf der Strasse gefragt, wie sie die Weihnachtszeit erleben und Weihnachten verbringen.

"Wenn es Heiligabend ist, denke ich immer, dass alle anderen jetzt mit ihren Familien zusammen sind und ich bin da draussen und muss betteln."
Manuel, 28

Porträt Patrick

MUNCHIES: Freust du dich auf Weihnachten?
Patrick: Nein, wieso sollte ich? Ich bin ja alleine. Ich werde Weihnachten also nicht feiern.

Zu deiner Familie hast du also keinen Kontakt mehr?
Ich habe nur noch auf dem Papier eine Familie.

An Weihnachten wird in den meisten Stuben gegessen und geschlemmt. Was isst du an Weihnachten?
Keine Ahnung, wahrscheinlich nichts Spezielles. Suppe oder Brot. Vielleicht einen Hot Dog.

Wenn du einen Weihnachtswunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Die B-Bewilligung für einen festen Aufenthalt in der Schweiz, ich habe im Moment den L-Ausweis, eine Bewilligung für Kurzaufenthalter. Es ist ein Teufelskreis: So bekomme ich auch keine Wohnung und keinen Job, und ohne Job und Wohnung gibt’s auch keine Bewilligung.

Woher kommst du denn?
Aus Polen.

Warst du in Polen auch schon obdachlos?
Ja, da war ich auch auf der Strasse. Ich hatte viel Pech mit meiner Familie.

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<![CDATA[Warum interessiert niemanden, dass The Rock sein Frühstück mit Tequila verfeinert? ]]>https://munchies.vice.com/de/article/mby938/warum-interessiert-niemanden-dass-the-rock-sein-fruhstuck-mit-tequila-verfeinertFri, 07 Dec 2018 05:00:00 +0000Wisst ihr, was voll in Ordnung ist? Pizza mit Ananas. Ich persönlich mag sie sehr gerne, auch wenn ich sie dann gerne mit etwas Scharfem kombiniere, nicht mit Kochschinken, wie auf der typischen Pizza Hawaii. Nein, ich werde niemanden zwingen, Ananas-Pizza zu essen oder sie in mein Familienwappen aufnehmen. Sucht man bei Google nach "Ananas" und "Pizza" erhält man 23,8 Millionen Suchergebnisse, für Pizza Hawaii sind es sogar 47,6 Millionen. Selbst wenn man kein Fan der Pizza ist, dürfte inzwischen also niemand mehr geschockt oder pikiert sein, dass einige Menschen Pizza mit der tropischen Frucht mögen.

Aber wisst ihr, wovon noch niemand gehört hat? Tequila in den Frühstücksflocken. Googelt mal danach, ihr werdet sehen, dass es für "Tequila" in Kombination mit "Frühstücksflocken", "Haferflocken" oder "Oatmeal" so gut wie keine brauchbaren Ergebnisse gibt.

Dennoch stürzen sich alle nach diesem Post von Dwayne Johnson, auch bekannt als The Rock, in erster Linie auf die Pizza, die er in den muskelbepackten Armen hält:

Johnson schreibt, dass sein Fitness-Trainer ihm quasi befohlen habe, eine Pizza zu essen, um sich auf die kommenden Dreharbeiten vorzubereiten. Da ließ er sich natürlich nicht zweimal bitten und bestellte eine riesige Pizza mit Ananas und Schinken.

Doch weiter unten in Johnsons Post versteckt sich noch ein Satz, dem fast niemand Beachtung zu schenken scheint: "Ich bin jemand, der gerne Tequila und braunen Zucker in sein Oatmeal tut."

Dwayne, wie kommst du darauf, dass brauner Zucker und Tequila als Müslizutaten miteinander vergleichbar sind?


Auch auf MUNCHIES: Eine Messe für die Pizza


Wie soll das überhaupt funktionieren? Benutzt er Tequila statt Milch oder Wasser, um sein Oatmeal zu kochen? Verdunstet der Alkohol dann? Tröpfelt er ein bisschen Tequila in sein fertiges Oatmeal? Oder trinkt er zum Frühstück einfach Tequila-Shots? Ist das vielleicht das Geheimnis, für seinen gestählten Körper?

The Rock aß eine ganze Pizza Hawaii, bevor er eine Action-Szene filmte, titelt das US Magazine.

The Rock stellt sich in der Debatte um Ananas auf Pizza auf die Seite von Drake, schreibt The Blast.

The Rock hält sich mit einer Pizza Hawaii fit, verkündet heute.at.

Finden alle anderen Tequila zum Frühstück völlig normal? Es scheint fast so. Celebrities sind eben doch nicht so wie du und ich.


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<![CDATA[Dieser Kuchen ist die perfekte Verschmelzung von Schokolade und Banane]]>https://munchies.vice.com/de/article/a3aqk5/die-perfekte-verschmelzung-von-schokolade-und-banane-kuchen-rezeptFri, 07 Dec 2018 05:00:00 +0000Portionen: 4
Vorbereitung: 15 Minuten
Insgesamt: 35 Minuten plus eine Nacht zum Abkühlen

Zutaten

60 Gramm Schokolade
500 Milliliter Milch
170 Gramm Kristallzucker
45 Gramm Mehl
½ Teelöffel Salz
2 Eigelb, leicht geschlagen
1 Esslöffel ungesalzene Butter oder Margarine
½ Teelöffel Vanilleextrakt
1 tiefer Tortenboden mit rund 23 Zentimetern Durchmesser
3 reife Bananen

Zubereitung

1. Die Schokolade und die Milch in einen kleinen Topf über einem großen Topf Wasser hängen und das Wasser zum Kochen bringen. Durch den Wasserdampf wird die Milch erwärmt und die Schokolade schmilzt. Dabei so lange umrühren, bis alles gleichmäßig vermischt ist. Den Zucker, das Mehl und das Salz erst in einer Schüssel vermengen und dann in die Schokoladenmischung rühren. So lange weiterrühren und -kochen, bis eine dicke Masse entsteht. 10 Minuten weiterkochen lassen, dabei gelegentlich umrühren. Die 2 Eigelb untermischen und 1 Minute lang kochen lassen. Die Butter oder Margarine und das Vanilleextrakt hinzufügen und durchrühren. Den Topf vom Herd nehmen und die Creme eine Nacht lang abkühlen lassen.

2. Den Tortenboden mit einer Schicht der Schokocreme bedecken. Die Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Die Scheiben auf der bereits aufgestrichenen Schokocreme verteilen und den Rest der Creme darübergeben. Falls gewünscht, mit einem Klecks Schlagsahne abrunden und servieren.

Dieses Rezept stammt ursprünglich aus einem Rezeptbuch von Chiquita Bananas.

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<![CDATA[Dieses einfache Chicken-Wings-Rezept bekommst sogar du hin]]>https://munchies.vice.com/de/article/kzj5je/einfaches-chicken-wings-rezept-haehnchenschenkel-kochen-fischsosseThu, 06 Dec 2018 10:05:36 +0000Portionen: 4
Vorbereitung: 25 Minuten
Insgesamt: 40 Minuten plus 2 Tage für das Marinieren

Zutaten

Für die Marinade:
155 Gramm Zucker
120 Milliliter Fischsoße
2 Esslöffel gelbe Currypaste
60 Milliliter Wasser
1 Kilogramm Hähnchenschenkel

Für die Glasur:
155 Gramm Zucker
120 Milliliter warmes Wasser
120 Milliliter Fischsoße
Saft aus 2 Limetten

Für die Panade:
170 Gramm weißes Reismehl
30 Gramm Tempura-Backmischung
Rapsöl zum Frittieren

Für den Verzehr:
Ranch-Dressing
Limettenspalten

Zubereitung

1. Für die Marinade den Zucker, die Fischsoße, die Currypaste und das Wasser in einer großen Schüssel zusammenmischen und so lange umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Hähnchenschenkel in die Marinade legen und mindestens eine Nacht im Kühlschrank ziehen lassen – 48 Stunden sind optimal.

2. Für die Glasur alle Zutaten in einer mittelgroßen Schüssel zusammenrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Mischung beiseite stellen, bis die Schenkel frittiert sind.

3. Das Reismehl und den Tempura-Teigmix in einer großen Schüssel vermengen. Dann einen großen Kochtopf zur Hälfte mit Rapsöl füllen und so lange erhitzen, bis das Frittierthermometer 175 Grad Celsius anzeigt. Die Hähnchenschenkel aus der Marinade nehmen und in kleinen Grüppchen in der Panade wenden. Überschüssige Panade abschütteln und die Hähnchenschenkel anschließend gut 8 Minuten lang im kochenden Öl frittieren, bis sie gut durch sind und eine goldbraune Farbe angenommen haben. Die Hähnchenschenkel mit einer Greifzange auf einen mit Küchenrolle ausgelegten Teller geben.

4. Die Hähnchenschenkel zusammen mit der Glasur in eine große Pfanne geben und bei hoher Hitze mit der Zange etwas 3 bis 5 Minuten lang wenden und drehen, bis die Glasur dicke Blasen wirft und die Schenkel schön klebrig sind. Die fertigen Chicken Wings auf einem Teller anrichten und mit Ranch-Dressing sowie einigen Limettenspalten servieren.

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<![CDATA[Dieser Fahrer verlor sein Auto an die Polizei – wegen einer McDonald's-Bestellung]]>https://munchies.vice.com/de/article/9k4ne7/fahrer-verlor-auto-an-polizei-wegen-mcdonalds-bestellung-dechThu, 06 Dec 2018 08:03:02 +0000 Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Manche Menschen rasen, weil sie eine schwangere Frau schnellstmöglichst ins Krankenhaus bringen wollen. Andere rasen einfach gern. Vermutlich weil Schnelligkeit spannender ist, als sich Gedanken über Verkehrssicherheit zu machen. Aber es gibt auch Menschen, denen eine Sache noch wichtiger ist als Babys oder Spass: ein warmes Abendessen.

Ein Autofahrer aus dem britischen Sheffield gehört offenbar zur letzten Kategorie. Der Mann überholte auf einer engen Landstrasse ein ziviles Auto der örtlichen Polizei und wurde sofort wegen Raserei angehalten, wie Daily Mail schreibt. Auf dem Beifahrersitz fanden die Beamten keine schwangere Frau vor, sondern bloss eine Tüte von McDonald's. Der Grund fürs Rasen: Der Fahrer wollte nicht, dass sein Abendessen kalt wird.


MOTHERBOARD: Die Geschichte des 16-Jährigen, der den Drive-in von McDonald's hackte


Wenn du schon mal in einen kalt gewordenen BigMac beissen musstest, kannst du den Fahrer vermutlich verstehen. Eine kleine Strafe fürs Rasen steckt man mit Hunger im Magen eher weg, als blass-kalte Pommes und matschigen Salat im Burger. Für den Fahrer kam die Polizeikontrolle aber merklich teurer als ein Supersize-Menü vom "Güldenen Doppelbogen": Weil er noch dazu ohne Versicherung rumgekurvt ist, hat die Polizei von Sheffield kurzerhand seinen VW Golf eingezogen.

"Man kann sagen, dass der Fahrer es wohl nicht 'geliebt hat'", wird ein Sprecher der South Yorkshire Police zitiert, und bezieht sich damit auf den bekannten Werbeclaim "I'm lovin' it", mit dem McDonald's 2003 international erfolgreich war.

Die Frage, ob der Mann sein Essen dann noch warm geniessen konnte, wurde allerdings nicht beantwortet. Bleibt zu hoffen, dass er aus seiner Raserei gelernt hat. Manchmal ist es eben klüger, sein Abendessen im geparkten Auto zu futtern.

Denn kaltes McDonald's-Food ist noch trauriger als das.

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<![CDATA[Ich habe einen Käse gegessen, in dem Maden leben]]>https://munchies.vice.com/de/article/vbkkvy/ich-habe-einen-kaese-gegessen-in-dem-maden-leben-geschmack-italien-ekligWed, 05 Dec 2018 05:00:00 +0000Käse liegt von Natur aus einem organischen Prozess zugrunde. Käse wird kultiviert, vermischt, gepresst, geformt und zum Reifen eingelagert. Käse wird mit der Zeit immer käsiger. Käse kann gar nicht aufhören, immer weiter zu reifen – oder im Fall von Schimmelkäse immer weiter zu verfaulen. Du genießt ein Stück cremigen Brie oder leckeren Gorgonzola? Dann genießt du eine langsam vermodernde Lebensform, die nur dank des enthaltenen Schimmels ihr einzigartiges Geschmacksprofil bekommt.

Genau dieser Gedanke schießt mir immer wieder in den Kopf, als ich mir vornehme, mehr über Casu Marzu herauszufinden – den berühmten Schimmelkäse aus Sardinien, der von lebenden Maden befallen ist. Nur eine weitere Form der Fäulnis. Schimmelkäse esse ich auch die ganze Zeit. So anders kann Madenkäse doch gar nicht sein. Genau das rede ich mir einfach ein.

Für die Bewohner der zweitgrößten Insel Italiens ist der Casu Marzu – zu Deutsch "verdorbener Käse" – ein wichtiger Teil ihrer kulinarischen Kultur. Der Schafsmilchkäse erhält seinen Geschmack und seine Textur durch lebende Maden, die in dem Käse heranwachsen, ihn essen und dann beim Verdauen eine Säure ausscheiden. Aufgrund dieser Säure wird der anfangs harte Käse weich und streichfähig.

Für die Maden kann man quasi den roten Teppich ausrollen. Zuerst wird ein Loch in ein Rad Pecorino geschnitten und dann mit Milch befüllt. Wenn die Milch sauer wird, wirkt sie wie ein Magnet für Fliegen, die ihre Eier in den Käse ablegen. Aus diesen Eiern schlüpfen dann die Maden. Meistens ist der Casu Marzu aber ein glücklicher Zufall – also glücklich, wenn man madigen Käse mag – und entsteht, wenn eine Fliege zufällig ihre Eier in den Pecorino legt, bevor sich die Rinde komplett geschlossen hat.


Auch bei MUNCHIES: Weltbester Käsetoast mit Matty Matheson – und ein paar wilden Kids


Der Casu Marzu wird auf Sardinien schon seit Jahrhunderten gegessen. Der Käse geht dabei zurück auf die Inseltradition des Hirtentums. Und auf die Notwendigkeit, sich an begrenzte Ressourcen und beschwerliche Zeiten anzupassen – so nach dem Motto "Maden haben den Käse befallen? Egal, der wird trotzdem gegessen". Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält Casu Marzu jedoch eher für ein cremiges Rad voller potenzieller Magen- und Darmparasiten. Deshalb ist die Herstellung und der Verkauf des Käses seit den 90er Jahren offiziell verboten. Dieses Verbot macht einige Sardinier richtig wütend. Mein auf Sardinien geborener Freund Vanni zeigt sich aber einsichtig: "Man kann doch kein Essen verkaufen, das verdorben ist."

Trotzdem gibt es immer wieder Bestrebungen, den Casu Marzu zu einem traditionellen Nationalgericht erklären zu lassen, damit die EU-Vorschriften nicht mehr greifen. Und manche Käser versuchen, den Casu Marzu mit "sauberen" Fliegen herzustellen, die vorher nicht schon möglicherweise auf Hundescheiße herumgeflogen sind. Dennoch gilt weiterhin: Wer auf Sardinien Madenkäse essen will, muss ihn entweder selbst produzieren oder irgendwie über ein paar Ecken rankommen.

Für mich ist Vanni mein Casu-Marzu-Kontakt. Als ich ihm von meiner Neugier erzähle, leuchten seine Augen sofort auf. "Ich besorg dir was davon!", ruft er freudig. "Wenn ich das nächste Mal von Sardinien zurückkomme, essen wir Casu Marzu."

Moment, ich will doch eigentlich nur mehr über den Käse herausfinden und ihn nicht direkt essen. Ich finde zum Beispiel auch die Pest interessant, lese da aber einfach nur ein Buch. Wenn Vanni allerdings etwas verspricht, dann hält er dieses Versprechen auch. Und wenn der verbotene Käse erstmal vor mir steht, kann ich auch keinen Rückzieher mehr machen.

Genau so kommt es auch. Als Vanni für den Sommer wieder in unser kleines Dorf in den Bergen Umbriens zurückkehrt, fragt er mich direkt, wann ich zur Casu-Marzu-Verkostung vorbeikomme. Ich bitte meinen Mann, mich als moralische Stütze zu begleiten. Da der aber schon Käse ohne lebende Maden hasst, bekomme ich nur ein fröhliches "Auf keinen Fall" zurück.

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<![CDATA[Ich habe meinen Job gekündigt, um eine Bäckerei aufzumachen]]>https://munchies.vice.com/de/article/zm99d3/ich-habe-meinen-job-gekundigt-um-eine-backerei-aufzumachenMon, 03 Dec 2018 05:00:00 +0000 Diese Geschichte erschien in der "Power and Privilege"-Ausgabe des VICE Magazins. Hier kannst du es bestellen.

Mein Schreibtischjob fraß meine Seele auf. Im September 2010 kündigte ich, um in New York meine eigene Bäckerei zu eröffnen: Ovenly. Die ersten zwei Jahre machten meine Geschäftspartnerin Agatha Kulaga und ich einfach alles: Sieben Tage die Woche standen wir um 4 Uhr morgens auf der Matte, um in unserer gemieteten, armseligen Küche in Brooklyn zu backen. Dann lieferten wir in unserem noch armseligeren Auto Leckereien aus. Den Rest des Tages mischten wir Pistazien-Kardamom-Teig, formten Rosmarin-Scones, spülten ab, verkauften, führten Buch, bestellten neue Zutaten und hielten Nickerchen im Auto. Wir waren Quereinsteigerinnen, was jeden Tag zum Abenteuer machte. Wir hatten keine Ahnung, was wir da taten. Ehrlich gesagt geht das den meisten Unternehmensgründern so.

Fünf Jahre später hatten wir schon zwei Backshops, finanziert mit Startkapital von Freundinnen und Bekannten. Wir hatten 100 Großkunden und viel positive Presse. Aber das reichte uns nicht. Agatha und ich wollten eine USA-weite Marke, wir wollten den Markt anführen. Dazu brauchten wir mehr Geld. Also taten wir, was viele Geschäftsleute in dieser Situation tun: Wir bettelten bei reichen Fremden.


Auch bei MUNCHIES: Lebkuchenmänner backen mit einem Gang-Mitglied


Das Abenteuer ging in die nächste Runde – eine Runde, über die wenige Unternehmer ehrlich sprechen. Ich dagegen erzähle bei Business-Events offen von den Hindernissen, die wir überwinden mussten: von der harten Arbeit und dem furchtbaren Stress. Davon, wie schwierig es ist, gutes Personal einzuarbeiten und zu halten. Von dem Kapital, das wir auf dem Weg zum Erfolg brauchten:

1,4 Millionen Dollar Kapitalinvestition von 19 Investorinnen, darunter 59.135 Dollar von meinem eigenen Geld.

Sobald mein Publikum – meist Unternehmer im Frühstadium – das Wort "Geld" hört, zücken alle ihre Stifte. Sie sagen, das Thema Finanzierung sei undurchschaubar. Wie komme ich an Geld? Wie überzeuge ich Investoren? Sie fühlen sich überwältigt und wünschen sich von mir eine Anleitung. Ich verstehe das nur zu gut – der Zugang zu Kapital ist eins der größten Hindernisse für Unternehmerinnen.

Mir ging es vor unserer ersten Finanzierungsrunde nicht anders. Ich wusste, dass Faktoren wie Geschlecht, Hautfarbe und soziale Herkunft einen großen Einfluss darauf haben, wer Geld bekommt und wer nicht. Konkrete Informationen darüber, wie ein kleines Unternehmen an Geld kommt, fand ich dagegen kaum. Die meisten Gründer, mit denen ich sprach, wollten nicht ins Detail gehen. Ihre Antworten ähnelten einander: "Ich musste erst meine Scham überwinden, um Geld zu bitten", oder: "Ich war unfassbar stur, nur so habe ich es geschafft." Eine Person sagte sogar: "Ich hatte eigentlich keine Probleme, an Kapital zu kommen." Wie hatten diese Menschen ihr Netzwerk aus Geldgebern und Mentorinnen aufgebaut? Wie hatten sie gelernt, ihre Ideen zu präsentieren, zu "pitchen"?

Trotzdem war ich nicht naiv, als ich an die Sache ranging. Seit Jahren schon hatten mich alle mit gut gemeinten Ratschlägen bombardiert – Banker, mein Ex-Chef, mein Vater, der Kammerjäger: Ich würde versagen, Backen sei ein "nettes Hobby", aber ich hätte nicht den Lebenslauf, um CEO zu werden. Ich solle stattdessen einen Geschenkkorb-Service starten. Dass ich eine Frau bin, hatte sicher etwas damit zu tun – und ich wusste, sexistische Vorurteile würden mir weiter- hin im Weg stehen.

Doch dann musste ich mich all diesen Hindernissen stellen.

HINDERNIS 1: ICH WAR NICHT REICH

Agatha und ich hatten kaum Ersparnisse oder Sicherheiten, die wir nutzen konnten, um Kredite aufzunehmen. Bevor wir unser Pitch-Deck, eine Kurzpräsentation von Ovenly, an mögliche Investoren verschickten, bemühten wir uns um Darlehen: Wir versuchten es bei einer Bank, bei der Regierung, aber unser Eigenkapital war zu gering. Unser gesamtes Geld steckte in unseren Ovenly-Anteilen, also waren wir nicht liquide. Die Banker fanden es weniger lustig, als ich versuchte, ihnen meine Sammelkarten und Vintage-Jeans als Anlagegut zu präsentieren.

HINDERNIS 2: ICH KANNTE KEINE REICHEN

Im Dezember 2015 schickten wir das Deck an unsere Kontakte. Kaum zwei Monate später hatten wir die Hälfte unseres angepeilten Betrags von einer Million Dollar zusammen. Die Geldgeber waren vier Personen, die Agatha oder mich persönlich kannten und unsere Firma mochten.

Doch dann hatten wir keine Kontakte übrig, denen wir unseren Plan pitchen konnten. Monatelang netzwerkten wir vergebens. Wir versuchten, uns wichtigen Menschen vorstellen zu lassen, aber auch unsere Verwandten, Freunde und Branchenkolleginnen hatten kaum wohlhabende Kontakte.

Wir kamen nicht aus reichen Verhältnissen, also kannten wir auch keine Reichen.

Eine Frau setzt Macarons zusammen
Foto: Holly Stratton | Unsplash | CC0

DER ABSCHLUSS

Im März 2016 hatten wir unseren Pitch an neun Investmentfirmen und 72 Einzelpersonen geschickt. Wir hatten 200 Mails geschrieben und unzählige erfolglose Meetings abgehalten. Doch dann passierten einige Dinge, die uns auf Kurs brachten:

  1. Eine der vier Personen, die gleich zu Anfang investiert hatte, war ein prominenter Superreicher. Er bot uns an, eine Cocktailparty in seinem Haus abzuhalten, um mehr Investoren zu finden. Plötzlich hatten wir Zugang zu Menschen, um die wir uns zuvor vergebens bemüht hatten.

  2. Darunter war eine Frau, die zu einer Gruppe für Investorinnen gehörte. Sie selbst war nicht an Ovenly interessiert, aber sie mochte mich und bot uns an, am Pitch-Wettbewerb ihrer Gruppe teilzunehmen. Ich kam, ich pitchte, ich siegte – über 800 andere Firmen. Das brachte uns ein Viertel des Geldes ein, das uns noch fehlte.

  3. Diese neuen Investorinnen stellten uns ihrem Freundeskreis vor, was uns weitere Geldgeber eröffnete.

  4. Gegen März 2016 schrieb ich alle an, die bereits investiert hatten, und bat um mehr Geld. Es funktionierte.

    Letztlich brauchten wir sieben Monate, um 940.000 Dollar von 16 Investoren zu bekommen. In dieser Zeit verbrachten Agatha und ich neben unseren Rollen als Managerin und Chefin etwa 20 Stunden wöchentlich mit netzwerken, Meetings und pitchen.

    Wir hatten unser Ziel erreicht – aber weshalb fühlte ich mich trotz meiner gründlichen Recherche, als wäre ich kaum auf den ganzen Prozess vorbereitet gewesen? Das hatte mehrere Gründe: Erstens hatte ich zuvor hauptsächlich mit Menschen gesprochen, deren Hintergrund sich stark von unserem unterschied – Weiße Männer, die nichts mit Gastronomie und Essen zu tun hatten. Zweitens fand ich zwar viele Informationen über Hochrisikoanlagen, aber kaum etwas über Investitionsstrategien für kleinere Firmen wie unsere. Drittens geben viele Unternehmer nur ungern zu, wie schwer es ihnen gefallen ist, an Geld zu kommen.

    Dabei gibt es keinen Grund, diese Erkenntnisse geheim zu halten. Deshalb habe ich 65 Unternehmensgründerinnen und -gründer kontaktiert, um auch ihre Erfahrungen hier wiederzugeben. Etwa die Hälfte hat geantwortet.

    Sie arbeiten in unterschiedlichen Branchen, von Haushaltszubehör über Kaffee bis hin zu Finanzdienstleistungen. In ihren Finanzierungsrunden ging es mal um 50.000 Dollar, mal um 10 Millionen. Doch für alle war der Weg steinig. Etwa die Hälfte – Männer wie Frauen – empfand Diskriminierung dabei als einen Faktor. Ihre Einblicke und Ratschläge können dir helfen, wenn auch du eine Firma starten oder expandieren willst.

FINANZIERUNGSTIPPS AUS ERSTER HAND

AMANDA HESSER, MITGRÜNDERIN, FOOD52:

"Die oft komplexen Gründe für ihr Nein verraten Investoren so gut wie nie. Doch anfangs hörten wir oft, dass die Essensbranche bei Venture-Investoren nicht beliebt sei. Außerdem sah man uns als ‚Redakteurinnen‘ ohne Business- Erfahrung. Unsere Expertise und unser Ruf halfen uns weniger, als wir erwartet hatten."

JONATHAN RUBINSTEIN, GRÜNDER, JOE COFFEE COMPANY:

"Du solltest Investoren eine Weile 'daten', bevor du sie heiratest. Nimm nicht gleich die erste Firma, die Geld bietet. Die richtige Investorenbeziehung ist wichtig und dreht sich um mehr als nur Geld: Kultur, Vision und Hingabe sind genauso bedeutend."

NORA O’MALLEY, MITGRÜNDERIN, LOIS AND AIDA:

"Wir mussten erst lernen, dass so gut wie niemand 'Nein' sagt. Das Feedback von Venture-Capital-Firmen nahmen wir anfangs ernst. Wir passten unsere Firma ihren Vorstellungen an. Dann steckte uns ein Berater, dass diese Kritikpunkte nur Ausreden sind, um nicht direkt Nein sagen zu müssen. Wer darauf hört, driftet von seinem Kerngeschäft ab."

SAM BUFFA, GRÜNDER, FELLOW BARBER:

"Es ist einfacher, Geld für eine komplett neue Idee oder Firma zu sammeln. Oder für eine Firma, die schon einen ordentlichen Umsatz hat – meist mehr als 10 oder 15 Millionen Dollar."

CHRISTINA CORVINO, MITGRÜNDERIN, CORVINO SUPPER CLUB & TASTING ROOM:

"Die meisten Menschen verlieren sich im Planen und versuchen, alles zu perfektionieren. Dabei entscheiden sich die meisten Investoren innerhalb der ersten fünf Minuten. Bring deinen Plan unter die Leute und verschwende keine Zeit. Wer nicht fragt, bekommt auch nichts."

JEN KING, MITGRÜNDERIN, LIDDABIT SWEETS:

"Um Investitionen zu sammeln, braucht es Selbstbewusstsein. Ich habe ständig an mir gezweifelt. Als Frauen achten wir noch zu sehr darauf, 'nett' zu sein, und trauen uns nicht genug zu."

DANIEL DELANEY, GRÜNDER, DELANEY CHICKEN:

"Mir fiel es schwer, Investoren von Problemen und Herausforderungen zu erzählen. Ich wollte gefallen und hielt mit schlechten Nachrichten zu sehr hinterm Berg. "

NATASHA CASE, MITGRÜNDERIN, COOLHAUS ICE CREAM:

"Überprüfe deine Investoren mindestens so genau, wie sie dich überprüfen. Vergiss nicht, dass du ihnen eine große Chance bietest. Du kannst niemanden gebrauchen, der das Wachstum und die Entwicklung deiner Firma behindert."

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<![CDATA[Um Gaza zu verstehen, musst du dir anschauen, was die Menschen dort essen – und warum]]>https://munchies.vice.com/de/article/evw3v4/um-gaza-zu-verstehen-musst-du-dir-anschauen-was-die-menschen-dort-essen-und-warumFri, 30 Nov 2018 05:00:00 +0000Die beiden Schwestern aus Gaza versuchen den Sicherheitsbeamten zu überreden, das Tablett mit Süßigkeiten durch den Checkpoint bringen zu dürfen. "Bitte", sagen sie, "unsere Schwester ist schwanger und sie möchte nur einmal daran riechen können."

Der Mann an der ersten Stufe des Sicherheits-Checkpoints, selbst Palästinenser, bleibt standhaft. Israels Regeln für das, was aus Gaza ins Land darf, muten manchmal willkürlich an: An diesem Tag im November 2017 hat das Tablett mit süßen Backwaren keine Chance.

Wenig später winkt der Mann die Frauen zum nächsten Kontrollpunkt des Erez-Grenzübergangs durch, dem momentan einzigen Personenübergang zwischen Israel und Gazastreifen. Der Nachtisch bleibt in Gaza, zusammen mit dem Make-up und den Tontöpfen, die die Frauen ebenfalls bei sich hatten.

Diese Szene ist nur ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie politisiert Essen in dem abgeriegelten Küstenstreifen geworden ist. Sie zeigt im Kleinen, welche Kräfte und Interessen die Gewalt und die humanitäre Krise in Gaza weiter anfeuern. Israels Bestimmungen, was rein und raus darf, die tiefe politische Spaltung innerhalb der palästinensischen Bevölkerung, die repressive Herrschaft der islamistischen Hamas, eine schwache Wirtschaft, die auf Hilfslieferungen angewiesen ist – die Gründe für die aktuelle Lage in Gaza sind vielfältig und bisweilen kompliziert miteinander verstrickt. Eine Möglichkeit, Gaza zu verstehen, ist, die Menschen dort zu fragen, was sie essen und warum.


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Warda hat den 365 Quadratkilometer großen Streifen an der Mittelmeerküste noch nie in ihrem Leben verlassen. Periodische Blockaden durch Israel hat es in ihrem Leben immer wieder gegeben. Nachdem die radikalislamische Hamas, eine Terrororganisation mit weltweitem Netzwerk, 2006 die Parlamentswahlen gewonnen und ihre Rivalen, die von der gemäßigteren Fatah angeführte und vom Westen unterstützte Palästinensische Autonomiebehörde (PA), verdrängt hatte, belegten Israel und Ägypten den Gazastreifen 2007 mit einer Blockade.

Drei Kriege und immer wieder aufflammende Geplänkel mit Hamas-Raketen auf Israel, gefolgt von israelischen Bomben auf Stellungen in Gaza, wird das Leben in der dichtbesiedelten Enklave mit rund 1,8 Millionen Einwohnern, immer beschwerlicher. Elektrizität gibt es nur wenige Stunden am Tag, die Trinkwasserversorgung ist schlecht, Krankenhäuser unterbesetzt und die grassierende Arbeitslosigkeit wird jeden Tag schlimmer.

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Sabah Abdul Kareem Jarbewa und ihr Sohn

Sabah Abdul Kareem Jarbewa, 50, lebt in einer ärmlichen Gasse in Gaza-Stadt in einem bröckeligen Zementhaus ohne vernünftige Tür oder Dach. Sie und ihr Mann, der unter einer körperlichen Behinderung leidet, haben alle Mühe, die Miete zu zahlen und ihre sieben Kinder zu versorgen.

"Manchmal verkaufe ich UNRWA Dinge für Geld, um ein Tütchen Zatar-Gewürzmischung oder Tomaten zu kaufen", sagt sie. Ihr Leibgericht ist Maftoul, eine palästinensische Couscous-Variante, aber das Fleisch, mit dem es traditionell gekocht wird, kann sie sich nicht leisten. Da die Unterstützung immer weniger wird, braucht sie zunehmend mehr Geld. Gleichzeitig gehen ihr langsam die Gegenstände aus, die sie noch verkaufen kann.

"Ich will Hühnchen, ich will Tomaten ..." sagt sie, ihre Stimme bricht.

Es gab mal eine Zeit, in der du in Gaza für Geld so ziemlich alles bekommen hast – selbst KFC. Zwischen 2008 und 2013 seien etwa 1.000 Tunnel zwischen Gaza und der ägyptischen Sinai-Halbinsel in Benutzung gewesen, sagt Ökonom Shaban. Sie boten eine lukrative Möglichkeit, die israelischen Land- und Seeblockade zu umgehen.

"Bis 2013 kamen vielleicht 95 Prozent aller Nahrungsmittel durch die Tunnel", so Shaban. "Die Leute bevorzugten die Tunnel, weil sie viel billiger waren."

Das Tunnelsystem ermöglichte es der Hamas auch, Waffen und Kämpfer zu importieren. Darüber hinaus bezog sie über Benutzungsabgaben einen Großteil ihrer Einnahmen. "Das genaue Budget der Regierung ist unbekannt", sagte Shaban, aber er und andere schätzen, dass die Hamas jährlich eine halbe Milliarde US-Dollar durch eine Tunnelsteuer verdient habe.

Eine Zeit lang funktionierte das auch Dank der Lage in Ägypten ziemlich gut. Die Hamas konnte Israel bekämpfen, ihre Widersacher von der PA in Schach halten und nebenbei die Grundversorgung aufrechterhalten – und mehr. Aber 2013 übernahm das ägyptische Militär die Regierung von der Muslimbruderschaft und ging gegen islamistische Bewegungen vor. Während auf der Sinai-Halbinsel Unruhen tobten, flutete und bombardierte das Militär die Tunnel der Hamas.

Mit zunehmenden Finanzierungsproblemen begann die Hamas, alle Aspekte des täglichen Lebens und Handels zu besteuern. Für Wadia, Gazas größtem Lebensmittelhersteller, bedeute das dreifache Abgaben für alle Importe.

"Wir zahlen Steuern an Israel", sagt er. "Wir zahlen Steuern an Fatah. Wir zahlen Steuern an Hamas. Wir haben drei Regierungen. Die schießen alle auf uns ... Wir sind sehr unterdrückt."

Da die Hamas alles andere als transparent agiert, sei es unmöglich zu sagen, wie weit die Korruption und der Missbrauch öffentlicher Gelder reicht, sagt Shaban.

Der Bruch zwischen Hamas und Fatah 2007 polarisierte alle Bereiche der palästinensischen Bevölkerung. Die Menschen in Gaza beschuldigen die Islamisten, sich nur um ihre Anhänger zu kümmern und ihre Gegner sich selbst zu überlassen.

"Es ist aus vielen Gründen unmöglich, die Verteilung von Hilfsmitteln zu überblicken", antwortet Shaban auf die Frage, inwiefern die Hamas Nahrungsmittel zur Gewinnung öffentlicher Unterstützung gebraucht oder missbraucht hat. Das liege zum Teil an der politischen Kultur in Palästina. "Die Parteien bevorzugen ihre Mitglieder." Er fährt fort: "Die gleiche Frage könntest du der PA stellen, wenn sie Essenspakete erhalten. Haben sie die an alle verteilt? Nein. Ich kenne eine Menge armer Menschen, die keine Verbindungen haben und keine Hilfe erhalten. Heute nicht und auch früher nicht, als die PA an der Macht war."

Israel und andere Staaten werfen der Hamas vor, Geld und Ressourcen für den Bau neuer Tunnel zu verwenden, um Waffen nach Gaza zu schmuggeln und die Gewalt anzustacheln, anstatt der eigenen Bevölkerung zu helfen. Die Menschen in Gaza selbst sind sauer, dass die Anführer der Islamisten ein luxuriöses Leben führen, während es vielen an Nahrung und einem Dach über dem Kopf fehlt. Gleichzeitig fehlt es in dem hermetisch abgeschlossenen Gebiet an Möglichkeiten, die Frustration produktiv zu entladen. Stattdessens feuern sich Gazas Probleme gegenseitig an.

"Du kannst die Zustände im Gefängnis vielleicht ein bisschen verbessern, aber es bleibt ein Gefängnis", sagt Shaban.

Ghazi M. Mushtaha, 45, ist Besitzer einer der größten Eiscreme-Firmen in Gaza, Eskimo el Arousa. Während der vergangenen zwei Sommer habe er die Produktion allerdings quasi stoppen müssen. Die Generatoren für den Betrieb der Fabrik seien zu Teuer und Menschen könnten sich die nötige Elektrizität nicht leisten, um das Eis zu lagern. Vor Hamas und der Blockade hat er viel ins Westjordanland verkauft und Geschäftskontakte in Israel besucht. In seinem Büro hängt ein 25 Jahre altes Bild von ihm. Darauf steht er lächelnd und mit schwarzem Schnurrbart in Tel Aviv.

"Wir haben schon früher solche Probleme gehabt während der vergangenen drei Kriege, aber dieses Mal ist es härter und schwieriger", sagt er. "Wenn ich jetzt durstig bin und du bringst mir eine kleine Tasse Wasser, denke ich schon, dass sei zu viel."


Dieser Artikel erschien ursprünglich bei MUNCHIES US.

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