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Mafiaboss hochnehmen – auf die italienische Art

Eigentlich wollte Roberto Manganiello, Mitglied der Camorra, am Samstag nur das Spiel Neapel gegen Inter schauen, doch dann klingelte es an der Tür...

Wyatt Marshall

Photo via Flickr user Michael Saechang

Zu jeder klischeehaften Ausstattung eines ordentlichen Pizzaladens gehören Fotos von Mafia-Filmklassikern wie Der Pate oder Good Fellas oder Schildchen mit Sprüchen wie: „Ich mache dir eine Pizza, die du nicht ablehnen kannst." Hier ist die Verbindung zwischen Pizza und Mafia noch eher lustig gemeint.

Aber im Mutterland der Pizza, genauer in Neapel, ist die Mafia ein großes Problem, und deshalb hat die italienische Polizei die Mafiosi an ihrem wunden Punkt angegriffen. Samstagabend haben sich Polizisten als Pizzaboten verkleidet und so einen Boss eines berühmten Camorra-Clans in Neapel hochgenommen. Eigentlich hatte er sich nur eine Pizza bestellt, die er gemütlich beim Fußballgucken verdrücken wollte, aber dann klickten die Handschellen.

Wie der Guardian berichtet, war der 35 Jahre alte Roberto Manganiello einer der 100 meistgesuchten Verbrecher Italiens: Er war wegen eines Doppelmordes gesucht, der 2004 eine blutige Fehde in Neapel ausgelöst hat. Seit 2013 versteckte er sich, war aber immer noch eine Schlüsselfigur im Drogenhandel und erpresste weiter Schutzgeld.

Aber selbst Mafiabosse können einer ofenfrischen Pizza, die direkt an die Tür geliefert wird, nicht widerstehen. Als Manganiello statt Pizza Handschellen an der Tür überreicht wurden, wehrte er sich nicht einmal—wahrscheinlich war er so niedergeschlagen, weil er sich doch so auf seine Pizza gefreut hatte. Zusammen mit ihm wurde auch eine 30-jährige Frau verhaftet.

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Er hatte sich gerade das Spiel Neapel gegen Inter angeschaut. Die Saison lief für den SSC Napoli ziemlich gut und sie befinden sich derzeit auf Platz 2 der italienischen Serie A. Aber als wäre die Verhaftung nicht schlimm genug für Manganiello, hat Inter Mailand auch noch das Spiel gewonnen und damit alle Chancen Neapels zerstört, Juventus Turin noch einzuholen und so zum ersten Mal seit 26 Jahren den Meistertitel zu holen.

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